Da Ursula von der Leyens Kommission voll und ganz auf Deregulierung setzt, könnte man meinen, die Beamten in der Klimadirektion hätten alle Hände voll zu tun, nur um das Kronjuwel der EU-Klimapolitik zu verteidigen. Tatsächlich wollen sie jedoch bei der CO2-Bepreisung noch einen draufsetzen, beginnend mit Beschränkungen für kostenlose Zertifikate.

Die europäische Chemieindustrie hat noch keine gemeinsame Position zur ETS-Reform gefunden. Deutsche Chemieunternehmen vertreten ihre eigene Haltung, während osteuropäische Unternehmen eine andere vertreten. Insider, die über Diskussionen innerhalb anderer Lobbygruppen informiert sind, weisen auf divergierende Interessen in Sektoren wie der Aluminiumindustrie hin.

Die Technokraten im Klimaschutzdienst der EU-Exekutive könnten trotz der gegen sie stehenden Chancen doch noch als Sieger aus dem bevorstehenden Kampf hervorgehen. Wenn sie das tun, dann deshalb, weil ihr Ansatz für die entscheidende Auseinandersetzung seit Jahren geplant wurde.